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- Reiter lernen das dem Pferd ErTräglichSein -

   
  • Wozu Reiten Lernen! Wir vertrauen den Pferden ja nur unser Leben an, weiter nichts …
  • Kurz zum Reizthema ‘Rennreiten’, bei dem man vielleicht einmal darüber nachdenken könnte, was dem Pferd (un)zuträglicher ist:
    Ambitionsfrei freizeitreiterliches Herumgeplumpse im Sattel, ‘Western’ nach Möglichkeit, wenn solche Monstren oft alleine schon mal an die 25kg auf die Waage bringen, stört das nicht weiter! fällt (in Relation? welcher?) nicht weiter auf? - Allzuoft: "Wozu Reiten lernen, ich will doch nur zur Erholung ein wenig durch‘s Gelände Spazieren!?" - Oder der losgelassene offene Sitz des Rennreiters (mit vielleicht 60kg Gewicht - samt Sattel und Lederzeug!) in völliger Balance mit dem Pferd, der noch dazu das Pferd in seiner ureigenen Disziplin bewegt, dem schnellen Lauf über weite Ebenen …

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  • Reitunterricht
    nach den Grundsätzen der deutschen Reitlehre in Anlehnung an die Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) bis Klasse M in den Grunddisziplinen Dressur, Gelände, Springen sowie Bodenarbeit und Arbeit an der Hand; Ausbildung im Gelände, kontrolliertes Tempo und ‘offener’ leichter Sitz im Gleichgewicht (‘Rennsitz’), Orientierung mit Karte und Kompaß.
  • Das Angebot schließt Vorbereitung und Besprechung der Ziele und des Erreichten ein, auch die Kontrolle anhand gelegentlicher Video-Aufnahmen (VHS-C/VHS/mp4) gehört dazu.
  • Zu den Voraussetzungen zählen insbes.
    waches Wahrnehmungs- und Denkvermögen, grundlegende Körperbeherrschung, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin sowie in jeder Hinsicht solide Selbstkontrolle und Selbstkritik - oder, weil solche Eigenschaften mit der Erfahrung wachsen, immerhin das ernsthafte Bemühen darum. Daneben aber auch, daß ein Interessent in der Lage ist, sich selbständig die Grundlagen der deutschen Reitlehre anzueignen.
    • Wenigstens zweimaliges intensives Training pro Woche, selbständig oder mit Unterricht, bei regelmäßiger Kontrolle und ggf. Korrektur ist sportphysiologisch begründet für beständigen Lernerfolg unabdingbar: Es gibt eine Spanne von vier bis sechs Tagen, innerhalb derer eine Übung wiederholt bzw. erweitert werden muß, um die stetige Entwicklung körperlicher Fähigkeiten zu erlauben. Danach ist der aufbauende Effekt verloren!
    • Es gibt auch köperliche Voraussetzungen, um die bei aller womöglich gebotenen Zurückhaltung sich ehrlicherweise nicht herumdiskutieren läßt. Insbes. ist durchschnittlicher, ausgeglichener und schlanker Körperbau bei mäßigem Gewicht sehr von Vorteil. Vor allem
      • ist das Reiten kein Mittel zum Abarbeiten überflüssiger Körpermassen! Das ‘Normalgewicht’ des Reiters liegt bei 65kg, 80kg mögen noch angehen, 100kg sind tierschutzwidrig - Warmblutpferde selbst alten Oldenburger Schlages sind mit solcher Last überforder. Vielleicht mag ja ein Shire Horse mit einer derartigen Physis noch umgehen können, mir fehlt dazu jegliche Erfahrung.
      • ist das Reiten für "Sitzriesen" recht beschwerlich: Die im Sinne der traditionellen Reiterei korrekten (Schenkel-)Hilfen kommen kaum an - die Alternative Fahren wäre zu erwägen, vielleicht führt auch die Suche nach einer passenden alternativen ‘Reitweise’ zum Ziel.
      • ist das kontrollierte Reiten erst bei ausgewachsenem und ausreichend durchgearbeitetem Körper möglich, der auch kräftemäßig in der Lage ist, unter allen reiterlichen Bedingungen Gleichgewicht zu halten und sich selbst zu tragen.
      • ist das Reiten, hinreichendes Können vorausgesetzt, zwar überaus Hilfreich gegen Rückenbeschwerden. Bei schon bestehenden Mängeln ist das Reitenlernen aber kaum mehr möglich.
    • Wer schnelle Selbstbestätigung sucht, geht Angeln, Hunde abrichten, Kindererziehen, Radfahren oder sowas, denn ‘Reiten Lernen’ hört nicht auf, ‘Reiten Können’ steht - vielleicht - am Ende der letzten Übungsstunde.
    • Raucher haben es zu Pferd sehr schwer. Raucher riechen schlecht.
      Rauchen schafft Arbeitsplätze und entlastet die Sozialversicherungen.

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    • Die Reitkunst wird niemandem geschenkt!
      Und es muß auch wirklich nicht jeder auf‘s Pferd.
      Es gibt so unendlich viele Sportarten …
      Und doch:
      "Wenn man glaubt, es sei viel Mühe, sich in der Reitkunst zu üben, so sollte man doch bedenken, daß Männer, die sich für sportliche Wettkämpfe vorbereiten, noch viel Anstrengenderes durchführen müssen als die, welche sich der Reitkunst intensiv widmen. Denn von sportlichen Übungen werden die meisten mit viel Schweiß und großen Anstrengungen ausgeführt, bei der Reitkunst geschieht das Meiste aber mit Vergnügen. Denn wenn sich jemand wünschen würde, fliegen zu können, so gibt es nichts unter den menschlichen Dingen, was diesem näher käme als das Reiten."
      [Xenophon, "Der Reiteroberst", um 400 v.]

       
  • Ziele der deutschen Reitausbildung
    sind langfristige Gesunderhaltung des Pferdes
    und die sichere Kontrolle des Geschehens durch den Reiter in völliger Harmonie mit dem Pferde.
    Ziele der deutschen Pferdeausbildung
    sind langfristige Gesunderhaltung des Reiters
    und die Vervollkommnung sowohl der natürlichen Leistungsbereitschaft wie auch der relativ größten Leistungsfähigkeit des Pferdes in völliger Harmonie mit dem Reiter.
     
  • Die Formen, …
    " … welche der Körper eines zu Pferde befindlichen Reiters annimmt, nennt man seinen Sitz.
    " … Daß der Mann, um sein Pferd reiten zu können, vor Allem lernen muß, auf demselben zu sitzen, liegt auf der Hand.
    " … Wenn der Mann Sitzen und Einwirken kann, so hat es keine Schwierigkeit, ihn zu einem brauchbaren praktischen Reiter zu machen.

    Plinzner, System der Reiterausbildung, Berlin 1900

  • Die Grundausbildung
    reicht bis zum Niveau der Klasse L Dressur, Springen und Gelände.
  • Longenunterricht
    Sitz- und Haltungsschulung, -Korrektur.
  • Longier-Übungen
    insbes. zur Arbeit mit der Doppellonge und Übungen zur Arbeit am Langen Zügel.

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  • Die besondere Disziplion des Rennreitens
    gehört spätestens, seit die Military mit ihrem besonderen Anspruch an Pferd und Reiter auf den Gehalt einer Vielseitigkeitsprüfung reduziert wurde, weniger in den Bereich der ambitionierten Freizeit- oder Turnierreiterei, die Grundlagen aber sind in allen reiterlichen Disziplinen noch immer sehr hilfreich. Ebenso auch die Zwanglosigkeit des allein auf harmonische Anpassung an die Bewegungen des Pferdes gestützen Rennsitzes. Auf welche Art Sitz im übrigen sogar Steinbrecht in seinem "Gymnasium" Bezug nimmt, wenn er durch das Öffnen des Sitzes dem Pferde das Zusammenschieben seines Körpers während der großen Belastung beim Anheben zum Schulsprung, und schon bei der intensiven Versammlung ansich, erleichtern will!
    Dieser Sitz mit seinen besonderen reiterlichen Voraussetzungen, der ohne gegenseitiges Vertrauen garnicht zu denken ist, ist darum auch Gegenstand meiner Ausbildung.
    Denn eben das auch sehr(!) schnelle Reiten auf der Bahn und im Gelände ist keineswegs nur blödsinniges Umhergejage. Es stellt hohe Anforderungen an wesentliche reiterliche Qualitäten, insbes. an den sicheren Sitz im ungezwungenen Gleichgewicht, an die Kontrolle des Pferdes, die Selbstkontrolle des Reiters, und, ganz banal, auch an beider Beweglichkeit und Kondition. Zudem, wie alljährlich zu Beginn der Ausreit-Saison wohl jedem Reiter unübersehbar deutlich wird, befriedigt es offenkundig auch ein elementares Bedürfnis der Pferde. Deren Natur erschöpft sich nun mal nicht in der Gymnastik in der Reithalle oder dem mehr oder weniger angestrengten Überwinden zuvor eingehend besichtigter wo auch immer aufgestellter bunt angepinselter Holzabfälle. Der schnelle Lauf über weite Ebenen bei unbekannter Geländestruktur gehört ebenso und unbedingt dazu!
    Schließlich: Wie will wer hierin zusammen mit seinem Pferd nicht gehörige Sicherheit erlangt hat, mit Freude an einer Reitjagd teilnehmen?

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Aller Anfang ist leicht!


  "Englischreiten", "Englische Reitweise":
Das Wort als Solches wurde in den U.S.A. zur Unterscheidung der weitgehend ambitionsfreien pferdegestützten Fortbewegungsweise dortiger Rinderhirten von der doch immerhin vorhandenen Reitkunst deren damaliger Kolonialherren geprägt, es ist darüber hinaus vollkommen leer. Geht man aber doch einmal ernstlich darauf ein, ergibt sich zudem: Seit William Cavendish, Duke of Newcastle, findet sich zur Ausbildung von Pferden und Reitern aus England (schon gar den USA!) nichts von Belang. Der englische Beitrag zum Thema besteht neben dem Pritschen-Sattel und dem Leichttraben vor allem in den Erkenntnissen aus Zucht und Haltung (Fütterung). Die für die Insel typische Reitweise dagegen nennt z.B. Steinbrecht in einem Seitenhieb auf die miserable Arbeit zeitgenössischer[?] Berufsreiter die "Natürliche" und hebt hervor, daß das Bestreben, mit dem Pferd immerhin im Gleichgewicht zu reiten und seinen Bewegungsablauf nicht zu stören, diese gegenüber stümperhafter und grober Arbeit minderwertiger ‘Bereiter’ seiner[?] Zeit auszeichne. Zugleich bedauert er, daß die hervorragenden englischen Pferde infolge jener Reitweise extrem an Gliedmaßen und Gelenken geschädigt und allzufrüh das Ende ihrer Leistungsfähigkeit erreichen würden.    Die deutsche Pferde- und Reiterausbildung soll gerade das vermeiden!

Was wir heute als ‘traditionelle deutsche Reiterei’ vorfinden, gründet auf einer langen Entwicklung, die, viele Jahrhunderte nach dem Reiteroffizier Xenophon, ihren Ausgang in Italien nahm (Griso), in Frankreich fortgesetzt wurde (Pluvinel, Guérinière), zwischendurch maßgebliche (aber eben auch einzige!) Anregung durch einen in Frankreich(!) tätigen Engländer empfing (Cavendish) und in einer langen Reihe hervorragender oesterreichischer und deutscher Pferdeleute über Weyrother (die Spanische Hofreitschule), Seeger, Steinbrecht, Plinzner, Heydebreck ihren Weg in unsere Zeit fand. Ihre härteste und, ganz im Gegensatz zu der vergleichsweise läppischen Belastung beim Einfangen von Rindern, ultimative Bewährungsprobe hatte diese Reiterei schließlich im Überleben des Reitersoldaten zu bestehen. Was aber mag denn nun wirklich ‘englisch’ sein an unserer Reiterei? Das Leichttraben. Nicht unbedeutend, gewiß, aber auch: Mehr nicht! - Die Frage nach der grundlegenden Ausbildungsqualität wie auch der Namensgebung erübrigt sich damit.

Die Summe findet sich - auch in englischer Sprache und als offizielle Grundlage der Reitausbildung in Großbritannien - in den Richtlinien für Reiten und Fahren der deutschen FN.

  "Le Manege Royal" (Pluvinel, postum 1623):
"Das Pferd muß selber Freude an der Reitbahn haben, sonst wird dem Reiter nichts mit Anmut gelingen.
"Wir sollten besorgt sein, das Pferd nicht zu verdrießen und seine natürliche Anmut zu erhalten, sie gleicht dem Blütenduft, der niemals wiederkehrt, wenn er einmal verflogen ist.
 
Bereits bei Xenophon sind Äußerungen in ähnlichem Sinne zu finden!
 


 

 
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